Neuseeland ~Epilog~

Tja, jetzt bin ich wieder zurück im kalten, langweiligen Deutschland und mein kleines, großes, “gemeinsames” Abenteuer in Neuseeland ist vorbei.
Ich wäre wirklich gerne noch länger dort geblieben, doch leider war mir das aufgrund meines wieder beginnenden Studiums nicht möglich.

Ich habe mir die Mühe gemacht, meine Reise ein wenig in Zahlen auszudrücken, denn Zahlen sind so schön griffig und man kann sich ein wenig mehr vorstellen, was es bedeutet, sechs Wochen nach Europas Antipoden zu reisen.

Fangen wir also am besten mit den zurückgelegten Strecken an, denn der Weg ist ja bekanntermaßen das Ziel:
Auf meiner Reise bin ich ca. 37000 km geflogen, ca. 3497 km mit dem Bus gereist, ca. 1964 km mit dem Auto gefahren, ca. 680 km mit dem Zug gefahren, ca. 408 km mit Schiffen gereist, ca. 114 km gewandert und ca. 52 km mit dem Fahrrad gefahren.
Das ist natürlich nicht hunderprozentig genau, aber es kommt ziemlich gut hin (Google Earth macht es möglich).

Da ohne Moos bekanntlich nichts los ist und das auch bei den Kiwis gilt, hier ein kleiner Überblick über die Kosten dort unten:
Durchschnittlich habe ich dort für eine Nacht ungefähr 16 € ausgegeben. Wobei das günstigste (dank BBH-Clubcard) ein 12-Bett-Zimmer für ca. 8 € und das teuerste ein Einzelbettzimmer für knapp 27 € war.
Für Aktivitäten muss man in Neuseeland schon recht tief in die Tasche greifen und so habe ich etwa 70 € pro Tätigkeit ausgeben. Allerdings wird diese Zahl massiv durch meinen Fallschirmsprung gepusht, denn ohne belaufen sich die Kosten nur auf ca. 51 €.
Auch Reisen ist in diesem Land nicht umsonst, aber dafür wird man ja dann auch mit einer einmaligen Landschaft belohnt. So habe ich für jeden Kilometer, den ich mit dem Bus bereist bin, 0,094 € bezahlt.
Dem stehen 0,20 € für jeden Auto-Kilometer gegenüber. Man sieht also, Autofahren ist doppelt so teuer, hat aber natürlich massive Vorteile gegenüber dem Bus.
Der Overlander (Zug) ist vom Verhältnis her am günstigsten, denn da kostet jeder Kilometer 0,075 €. Dafür hat die Fahrt auch lang genug gedauert.
Bleibt noch zu guter Letzt die Fähre. Für die habe ich 3 € pro Kilometer bezahlt.

Ich möchte noch erwähnen, dass selbst das Wandern in Neuseeland teuer sein kann. So kostet zum Beispiel der “finest walk in the world“, der Milfordtrack, mit allem drum und dran ungefähr 140 €. Aber auch andere Tracks und Walks kosten etwas. Meistens muss man für Hin- und Rückfahrten und für Übernachtungen zahlen. Da ich nur Tagestracks gemacht habe, hat mich das Wandern (bis auf den Abel Tasman Coast Track -> Wassertaxi), fast nichts gekostet.

Bei so viel Reiserei könnte man meinen, ich hätte alles gesehen. Doch das stimmt bei weitem nicht. “Weiße Flecken” auf meiner Reisekarte sind:
-Northland (alles oberhalb von Auckland)
-Bay of Plenty
-East Cape
-Ostküste der Nordinsel
-Süden der Nordinsel
-Mitte der Südinsel
-Süden/Südosten der Südinsel
-Aoraki Mount Cook!
-Stewart Island

Jetzt möchte ich noch abschließend ein paar Dinge aufzählen, die wichtig sind zu wissen oder die auffallend sind.
Essen:
-Die größten Supermärkte sind “New World”, “Countdown” und “Pak´n´Save”
-Milch ist fast dreimal so teuer wie in Deutschland
-Normale Flaschengrößen sind 300ml, 600ml, 1l und 1,5l. Es gibt auch vereinzelt 500ml
-Die 1,5l-Flasche Cola ist manchmal billiger als 600ml-Flasche
-Neuseeländer haben keine anständigen Tiefkühlpizzen
-Es gibt zwar kaum normales Brot, dafür regalweise Toast- und Sandwichbrot
-Drive-In heißt Drive-Thru
-Zum-Mitnehmen heißt Take-away

Verkehr:
-Fußgängerampeln in Auckland und anderen Großstädten tuten laut (wirklich laut), wenn sie grün werden
-Es gibt eine bescheuerte Vorfahrtsregel, die angeblich bald abgeschafft wird:
In Neuseeland gilt Linksverkehr mit Rechtsvorrang. Das bedeutet, als Linksabbieger muss man dem Rechtsabbieger von der gegenüberliegenden Fahrbahn Vorfahrt gewähren.
-Es ist üblich schnelleren Fahrzeugen auf zweispurigen Straßen Platz zu machen
-Brücken sind in der Regel einspurig
-LKWs und Busse überholen sehr gerne
-Possums: New Zealand little speed bumps
-Amerikanische Trucks :)
-Japaner!

Mehr zum Thema “Kiwis und Verkehr” gibt es in diesem Bericht.

Sonstiges:
-Häufigst gelesene Wörter: Book Now!
-Zweithäufigst gelesene Wörter: Free Internet! (Obwohl das wohl mehr heißen soll, dass es freizugänglich ist für jeden und nicht, dass es kostenlos ist)
-Kindergärten haben ein Zahlenschloss an der Tür
-Unisex-Toiletten sind gang und gebe
-Es gibt viele öffentliche Toiletten (vorallem auf Wanderwegen)
-Man zahlt fast alles mit Bank- und/oder Kreditkarte
-Es gibt auffällig viele Banken für so ein kleines Land

Und ich habe mir die Mühe gemacht, eine kleine interaktive Karte von Neuseeland zu basteln. Diese ist hier zu finden. (Auf die grauen Felder kann man klicken).

Jetzt ist das geilste Jahr in meinem (bisherigen) Leben (ja, die Bundeswehr war geil!) schon vorbei, dabei kommt es mir vor, als wäre ich erst ein paar Monate aus der AGA draußen. Ab April beginnt wieder der Ernst des Lebens. Und irgendwann wird es wieder eine Neuseelandreise geben (dann mit Teleobjektiv)!

Edit: Und ich habe pro Tag 155 Bilder gemacht!

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2 Antworten to “Neuseeland ~Epilog~”

  1. Sehr schön!

    Das mit dem Brot wundert mich nicht, es gibt wohl kein Land auf der Welt mit einem vergleichbaren Brotangebot wie Deutschland. ;-)

  2. sehr geile zusammenfassung, lernt man mehr über ein land als es jeder reiseführer könnte :D

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